Die kleine Andacht

Susanne Thurn
Bildrechte: Thurn

 

Steh auf!
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Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.  (1.Kön 19,7)

Liebe Gemeinde,

der Bibelspruch ist Teil einer sehr anrührenden Geschichte aus dem Alten Testament. Der Prophet Elia war vor Königin Isebel geflohen, weil sie ihn umbringen wollte. Elia hatte keine Kraft mehr. Er wollte nicht mehr und legte sich unter einem Baum zum Schlafen, am liebsten wäre er gestorben. Nach dem erholsamen Schlaf berührte ihn ein Engel- so heißt es in der Bibel. Er hatte ihm Essen und Trinken bereitgestellt  und sagte zu ihm: „Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“

Elia stärkt sich, geht in die Wüste und erlebt dort eine Gottesbegegnung, die sein ganzes Leben verändert.

Auch wir haben einen langen Weg vor uns bis wieder alles normal werden wird. Es wäre schön, wenn auch uns ein Engel berühren und stärken würde. Oder ist das vielleicht sogar möglich?

Eine Lichtgestalt mit Flügeln wird uns wahrscheinlich nicht begegnen. Aber vielleicht können wir in dieser besonderen „Corona-Zeit“ Erfahrungen machen, bei denen uns die Kraft Gottes in anderer Form begegnet. Vieles ist anders jetzt. Vielleicht können wir aufmerksamer werden für die leisen Töne des Lebens. Vielleicht haben wir mehr Zeit, einander besser zuzuhören. Vielleicht spüren wir deutlicher, wer uns jetzt besonders fehlt und wen wir besonders gern haben.

Und was kann uns stärken? Eine echte Begegnung und die kann sich auch am Telefon ereignen. Ein Spaziergang in Gottes schöner Natur. Endlich in Ruhe und ohne Druck bestimmte Dinge tun. Zeit, um ein leckeres Essen zu zaubern. In einem tiefen Gebet spüren, wie wieder Ruhe in meine Seele fließt und mir Gott die Angst nimmt. Spüren, ich bin geliebt - von Gott und von bestimmten Menschen.

Eine besondere Zeit mit der Chance auf besondere Erfahrungen.

Ich wünsche Ihnen viel Zuversicht und Gelassenheit und

dass Sie diese besondere Zeit nutzen können

Ihre Pfarrerin

Susanne Thurn