Die kleine Andacht

Susanne Thurn
Bildrechte: Thurn

 

 

„Gott ist nicht ferne von uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg 17,27f)

Liebe Gemeinde,

der Monatsspruch vom Juli erinnert uns daran, dass wir immer von Gott umgeben sind. Nur leider nehmen wir es nicht immer wahr.

Es ist wie bei der Fabel von den Fischen und dem Wasser:

Da wird erzählt, wie die Fische sich einmal den Kopf zerbrechen über die Aussage, die sie von einem Menschen aufgeschnappt haben, ihr Leben hinge ganz und gar vom Wasser ab. Sie aber fragen sich endlos: „Was ist das: Wasser?" Niemand weiß eine Antwort. Und so schwimmen sie zum großen, weisen Fisch, der alle Geheimnisse dieser Welt kennt. Dem bringen sie ihre Frage vor. Der befördert einen von ihnen mit schnellem Flossenschlag hoch in die Luft. Und da, erst da, als seine Kiemen vergeblich zu atmen versuchen, erkennt er sein Lebenselement: das Wasser.

Wie die Fische immer vom Wasser umgeben sind, so sind auch wir immer von Gott umgeben. Gott ist uns nie fern. Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Auch in der Corona-Pandemie ist uns Gott nah. Er erspart sie uns leider nicht, aber er gibt uns die Kraft, diese schwierige Zeit zu überstehen.

Über diese kraftvolle Begleitung können wir sehr dankbar sein. Dem Lehrer Hellmut Krüger, der in unserem Schulhaus nach dem Krieg tätig war, war das sehr bewusst. Nach den schrecklichen Jahren des Nationalsozialismus war er froh, den Kinder endlich wieder diese Liebe Gottes nahebringen zu können. Er schrieb auf einen Balken im Schulhaus: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang“ (Psalm 11), um immer daran erinnert zu werden. Sein Sohn, Peter Krüger, hat uns den Bericht seines Vaters aus dieser Zeit dankenswerterweise zur Verfügung gestellt. Sie finden Auszüge daraus auf den Seiten 14ff im Gemeindebrief von Juni-Juli 2021.

Wie die Fische ohne Wasser nicht leben können, können wir nicht ohne Gott leben. Oft merken wir Gottes Einfluss auf unser Leben nicht, aber wir können bei ihm ganz bewusst Rat suchen und Kraft schöpfen.

Ich wünsche Ihnen gerade in dieser Corona-Zeit,

dass Sie Gott immer wieder als Kraftquelle erleben können

Ihre Pfarrerin Susanne Thurn